An den Wochenenden, an denen Dressurunterricht bei Jürgen Schrader ist, findet das Voltigiertraining am Sonntag statt.

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Historie

Protokoll der Gründungs – Versammlung

Die Gründungs – Versammlung des Reitervereins „Germania“ von Marne und Umgebung am 15. März 1923 in der Gastwirtschaft von Heinrich Jans in Neufeld wurde um 20.30 Uhr von Herrn Hermann Bielenberg aus Neuenkoogsdeich eröffnet.
Es wurden einstimmig in den Vorstand gewählt:

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1933 wurde der Reiterverein „Germania“ aufgelöst. Ein Teil der Mitglieder wurden in die Reiter – SA überführt.
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1947 wurde der Reiterverein wieder neu gebildet.
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history

1973       50 Jahre

Reit und Fahrverein Germania Marne e.V.

Einer der profiliertesten Reit- und Fahrvereine in Schleswig Holstein – der Marner Reit- und Fahrverein „Germania“ feiert am 15. März 1973 sein 50 jähriges Vereinsjubiläum.
Im Rahmen des Jubiläumsjahres wird der Verein verschiedene Großveranstaltungen durchführen. Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 9. März 1973 im Bahnhofshotel kam der 1. Vorsitzende Richard Eggers auf verschiedene Veranstaltungen zu sprechen.
Am Sonnabend dem 17. März 1973 findet von 12.00 – 18.00 Uhr ein vereinsinternes Hallenturnier in der Marner Reithalle statt, an dem ca. 40 Pferde mit 120 Nennungen beteiligt sind. Neben Dressur- und Reiterprüfungen werden Springprüfungen der Klasse A bis Klasse L/M durchgeführt. Außerdem zeigen drei Voltigiergruppen gegen 15.00 Uhr ihre gekonnten Übungen. Zu dieser Veranstaltung lädt der Verein alle Mitglieder und Pferdesportanhänger ein. ( Der Eintritt ist frei.)
Das diesjährige Bundesturnier des ‚Reiterbundes dithmarschen findet als Jubiläumsveranstaltung am 14. und 15 Juli 1973 in Marne statt. Zugleich mit dem Vereinsjubiläum feiert der Reiterbund Dithmarschen bei dieser Veranstaltung sein 50-jähriges Jubiläum. Die Verantwortlichen von „Germania“ werden für ein ausgezeichnetes Turnierprogramm Sorge tragen. Weitere Veranstaltungen anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums sind in Vorbereitung.

Mit dem Namen „Germania“ ist eine historische Vereinsgeschichte verknüpft, die Stadt und Land gleichermaßen verbindet.
In dem nachfolgenden Bericht soll von fünf Jahrzehnten die Rede sein, die im Spiegelbild eines Geschehens standen, welches einzig und allein mit der Kreatur Pferd verbunden ist.
Nach dem verheerenden I. Weltkrieg, der wie alle Kriege ein unsinniges Opfer an Menschen gefordert hatte und dessen hinterlassene Wunden kaum zu heilen vermochten, begann auch in der Landwirtschaft die Aufbauarbeit. Maschinelle Einrichtungen waren so gut wie keine vorhanden. Die Ackerbestellung wurde mit den Pferden durchgeführt und so war es nicht verwunderlich, dass der Bestand von Pferden, der im Krieg arg zusammengeschrumpft war, wieder zunahm. Auf den Höfen setzte aus den Restbeständen des verlorenen Krieges die Pferdezucht ein.
Sie brachte zunächst einen großen Stamm von Ackerpferden, dann aber auch die Zucht von edlen Reitpferden. So war es auch in unserer Südermarsch, in der fast ausschließlich nur das „Holsteiner Pferd“ zu Hause war.
Die karge Freizeit in der Landwirtschaft benutzten die jungen Landwirte, um mit ihren Pferden zu reiten. Bald bildeten sich im ganzen Land die so genannten Interessengemeinschaften – so auch bei uns in der Marsch. Sie bildeten die Keimzelle der künftigen Reit- und Fahrvereine.
Am 15. März 1923 war es dann soweit. Dank der Initiative einer Anzahl Männer, in denen die gemeinsame Idee des Pferdesports verankert war, entstand ein Verein. Die Gründungsversammlung fand an diesem Tage in der Gastwirtschaft von Heinrich Jans in Neufeld statt.

Eine stattliche Anzahl von reitbegeisterten jungen Männern wählten als Vereinsnamen
„G e r m a n i a „

 

Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Diese Aktiven verstanden es, innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Mitglieder um sich zu scharen, die einen aktiven Pferdesport betrieben. Dabei waren es beiliebe keine idealen Voraussetzungen, die damals diese Männer zum Reiten hatten. Es gab keine Reithalle und auch keinen Turnierplatz. Geritten wurde auf der Hofstelle von Hardorp in Neufeld oder auch auf der Kälberweide bei Klaus Haack in Westerdeich. Nicht jeder konnte sich gleich eine komplette Reitausrüstung leisten, denn die Inflation machte auch die finanziellen Voraussetzungen für diese Anschaffung zunichte.
Es wurde geritten – und es wurde gut geritten.
Ein Mann war es, dessen Name unlösbar mir „Germania“ verbunden ist, nämlich Otto Hanno. Er brachte das Kunststück fertig, innerhalb kürzester Zeit eine Elite aus seinen Reitern herauszubilden, die schon nach knapp einjähriger Ausbildung weit über die Grenzen Dithmarschens hinaus sich einen Namen verschafften. Dabei war Otto Hanno in der Art und Weise seiner Ausbildung nicht immer zimperlich. Bei ihm stand in erster Linie Disziplin und Gehorsam und diese Voraussetzungen trugen bald Früchte.
Bereits am 21. und 22. Juni 1924 nahm Otto Hanno mit einer Abteilung am Elmshorner Turnier teil.
Wie er hier abschnitt und welche Leistungen er in der damals bereits großen Konkurrenz erbrachte, schilderte der profilierte und unvergessene Gustav Rau, der folgende Notiz über den Mannschaftswettkampf in der Deutschen Sankt Georg – Sportzeitung veröffentlichte:
Der dritte Preis fiel an den Reiterverein „Germania“, Reitlehrer Otto Hanno, Westerdeich. Dieser Reitlehrer vollbrachte mit seiner Abteilung, die erst seit wenigen Wochen zusammen ist, eine ganz hervorragende Leistung. Die Art seiner Vorführungen zeugten von großem Verständnis. Man sah sofort, dass die jungen Schüler die Absicht des Reitlehrers vollkommen verstanden hatten, sie ritten alle mit Kopf und voller Überlegung. Das trat gerade besonders bei den Wendungen auf der Vorhand und bei der Kehrtwendung hervor. Bei fortschreitender Ausbildung werden die Reiter noch geschmeidiger sitzen lernen und die Pferde werden noch mehr nachgeben, wodurch die Reiter weicher einsitzen.

Soweit Gustav Rau. Und in dieser Form in diesem Elan ging es weiter. Zahlreiche Siege und Placierungen konnte Otto Hanno mit seiner Reitabteilung in den nächsten Jahren auf allen Turnieren erringen. Die Reiter im blauen Rock und mit der dunkelblauen Mütze waren wegen ihres hervorragenden Ausbildungstandes bald in der ganzen Provinz bekannt.

Im laufe der nächsten Jahre kamen neue junge Reiter hinzu. Um Reiternachwuchs brauchte „Germania“ keine Sorgen haben. Zu der Reitausbildung kam die Fahrausbildung hinzu – im Sommer mit dem Gespann – im Winter am Fahrlehrgerät. Und auch in dieser Sportart sollte „Germania“ sehr bald eine führende Rolle in Dithmarschen einnahmen.
Den Vorsitz behielt bis 1926 Hermann Bielenberg. Von 1926 – 1927 übernahm Klaus Haack, Westerdeich, den Vorsitz und von 1927 – 1933 übte Klaus Bielenberg aus Norderwisch das Amt des Vorsitzenden aus. Er hatte in Arnold Thomßen, damals Westerdeich, als Schriftführer eine wesentliche Stütze. Für die Ausbildung aber blieb Otto Hanno weiter verantwortlich.
Dann kam auch für die Reiterei das Schicksalsjahr 1933. Wie im gesamten Reichsgebiet wurde auch der Reiterverein „Germania“ aufgelöst und mit einem Teil seiner Mitglieder in die Reiter – SA überführt.
Die NS – Zeit konnte aber der Ausübung des Reitens und Fahrens keinen Einhalt gebieten. Überall auf den Höfen, aber auch in der Stadt wurde die Sportart – wenn auch anonym – weiter betrieben.
Ein Verein konnte und durfte nicht dahinter stehen.
So kam der II. Weltkrieg und wieder musste die Reiterei schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch wie auch in vielen anderen Sportarten gab es auch bei der Reiterei gleich nach Kriegsende Männer, die bereit waren, von dem Gedanken, Pferdezucht und Reiten wieder in Gang zu bringen.
So auch bei „Germania“. Dank der Initiative verschiedener früherer Mitglieder in Verbindung mit jüngeren Leuten lebte „Germania“ wieder auf. Eine große Zahl von Pferdesportanhängern traf sich am 14. November 1947 zur ersten Versammlung nach dem II. Weltkriege im „Holsteinischem Haus“ in Marne und beschlossen das Reiten und Fahren bei „Germania“ wieder aufzunehmen.

Sie wählten folgende Männer in den Vorstand:

Selbstverständlich war Otto Hanno als Reitlehrer dabei. Diesen Männern, zusammen mit einigen anderen Aktiven um hier nur einige Namen zu nennen: Johann Jakob Nagel, Arnold Thomsen, Heinrich Haack, Gerd Holler und noch viele mehr, ist es zu verdanken das der Reit- und Fahrverein „Germania“ wieder zu neuen Leben erwachte.
Bereits vor dieser ersten Versammlung kam am 3 August 1947 in Marne ein Turnier zustande. Es wurde trotz der schweren Nachkriegszeit ein großer Erfolg und brachte einen enormen Mietgliederzuwachs.
Man muss diese Männer bewundern, die ein solches Risiko eingingen. Sie behielten aber mit ihrem Optimismus recht und der Lohn ihres Einsatzes spiegelte sich in den Erfolgen wider.
Die ersten Nachkriegsturniere in Marne waren es auch, auf denen bekannte Reiter, wie Fritz Thiedemann, H.H. Evers, Thies Kohlsaat und Sönke Sönksen ihre ersten großen Erfolge erzielten. Auch das bekannteste Turnierpferd „Meteor“ konnte mit Fritz Thiedemann seine ersten Turniererfolge in Marne verbuchen.
Neben dem Reitsport entwickelte sich in Marne eine Hochburg für den Fahrsport. Aus mehreren qualifizierten Fahrern im Verein stach besonders der jetzige und langjährige Vereinsvorsitzende Richard Eggers durch seine Fahrkunst hervor.
Unvergessen bleiben die Turniere, auf denen er zunächst vierspännig, dann sechs-, acht- und zehnspännig fuhr. Den Höhepunkt brachte er mit seinem Zwölferzug in Marne auf dem Bundesturnier und anschließend auf dem Aachener Turnier.
Diese Vorstellung war einmalig im Fahrsport in der Bundesrepublik und es ist dem Verfasser dieses Berichtes ein Herzensbedürfnis, noch einmal die großen Erfolge des Marner Reitervereinsvorsitzenden Richard Eggers in Erinnerung zu bringen. Drei Derbysiege in Hamburg mit seinem bekannten Viererzug, 3 Silbermedaillen und 1 Bronzemedaille bei den Deutschen Fahrmeisterschaften machten Richard Eggers zu einer der Qualifiziertesten Persönlichkeiten im Deutschen Fahrsport. Auf zahlreichen großen Turnieren begeisterte er die Zuschauer mit seiner Fahrkunst. Bereits nach den ersten großen Erfolgen wurde ihm das Deutsch Fahrerabzeichen in Gold vom Hauptverband für Zucht und Prüfung in Warendorf verliehen. Eine Auszeichnung, die nur wenige Fahrmeister in der Bundesrepublik besitzen. Leider kam die Zeit wo Besitzer und Verein Abschied nehmen mussten von dem herrlichen Viererzug. Die vier treuen Vierbeiner wurden von Stall Jansen (Bredenek) erworben
Nun wieder zurück zu den Turnieren und dem Reitsport. Mit unermüdlichem Fleiß war der Vereinsvorstand bemüht, jedes Jahr ein Groß-Turnier in Marne aufzuziehen. Nur ein Veranstalter der solche Turniere selbst durchgeführt hat, weiß welches Maß an Verantwortung und welches Risiko damit verbunden ist. Bei „Germania“ klappte es dank der hervorragenden Organisation immer bestens. Die Marner Turniere wurden von jeher gut besucht und wiesen stets eine ausgezeichnete Besetzung von qualifizierten Reitern und Fahrern auf.
Sicher werden die älteren Leser dieses Berichtes noch daran denken, als bei den ersten Turnieren neben den bereits erwähnten Namen auch jüngere Reiter und Reiterin teilnahmen, die zum Teil heute noch als Aktive sich einen hervorragenden Namen gemacht haben. Um von den vielen bekannten Namen nur einige zu nennen, nämlich Reiner Hedde, Karl Theodor Nagel, Dirk und Reimer Nagel, Anna Clement, Karl H Rohwedder und Annegret Sönksen.
Sie alle ritten ein Pferdematerial, das in der gesamten Bundesrepublik auf Grund seines züchterischen Wertes und hinsichtlich der vielen Erfolge eine starke Nachfrage hatte. Einen wesentlichen Beitrag zu den züchterischen Erfolgen des „Holsteiner Pferdes“ lieferten die Züchter von „Germania“. Unvergessen bleibt das Erfolgspferd „Nico“, gezüchtet vom Vereinsmitglied Walter Gerdes, Neufelderkoog. Nico, zunächst von Dierk Nagel geritten, wurde später unter Anna Clement (die schnelle Anna) berühmt. Dieses Pferd hat seinem Züchter im Laufe der Jahre noch zahlreiche Züchterpreise eingebracht.

Zahlreiche wertvolle Stuten konnten verkauft werden, teilweise sogar nach dem Ausland. Leider blieben eine ganze Reihe von Jahren die Verkaufspreise für Pferde unter den Erwartungen der Züchter. So war auch im Zuchtgebiet des Vereins von Jahr zu Jahr eine Abnahme des Pferdebestandes zu verzeichnen. Erst in den letzten Jahren ist die Pferdezucht wieder attraktiv geworden und der Pferdebestand nimmt wieder zu. vornehmlich Reitpferde, aber auch schon Fohlen werden zu guten Preisen veräußert und das Geschäft gestaltet sich für die Züchter zufrieden stellend.

So nahm auch der Pferdesport in den „fünfziger Jahren“ einen enormen Aufschwung. Der Reitlehrer Otto Hanno in den ersten Nachkriegsjahren noch aktiv in der Ausbildung des Reiternachwuchses, musste er 1950 die Zügel in jüngere Hände legen. Er fand mit Dr. Rossow und Otto Gosch würdige Nachfolger, die für eine intensive Ausbildung in Reit- und Fahrunterricht sorgten. Otto Hanno aber wurde auf Grund seiner Verdienste im Reitsport von der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Zahl der Aktiven nahm ständig zu. Es erwies sich bald, dass die kurze Zeit des Reitunterrichtes im Jahr nicht ausreichte, zumal man in den Wintermonaten zwangsläufig pausieren musste. Schon lange war bei den Verantwortlichen der Wunsch nach der Errichtung einer Reithalle vorhanden. Nur fehlte es bisher an Elan, verbunden mit einem enormen Maß an Eigeninitiative.

Am 24. März 1958 übernahm Richard Eggers den Vorsitz von „Germania“ nachdem Hans-Peter Eggers dieses Amt seit 1951 ausübte und den Verein vorbildlich geführt hatte. Er fand in seinem Beruf eine neue Aufgabe und verzog nach Stellenfleth. Auch ihm wurde auf Grund seiner Verdienste um den Verein die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Mit der Übernahme des Vereinsvorsitzes setzte Richard Eggers mit Hilfe seiner Vorstandskameraden die erfolgreiche Vereinsarbeit fort. Die Frage nach der Reithalle aber blieb bis zu der denkwürdigen Jahresversammlung anlässlich des Wintervergnügens am 21.11.1958 in der Tonhalle.
Hier stand ein Mann auf und appellierte an die zahlreichen Festteilnehmer eine Reithalle zu bauen – Werner Rohwedder. Er konnte mit überzeugenden Worten die Mitglieder mitreißen zur Tat und war damit der Initiator für den Bau der Reithalle.

Selbst was Pessimisten nicht erwartet hatten, trat ein. Eine spontane Sammlung brachte beim Wintervergnügen die Zeichnung einer stattlichen Summe von 6000,-- DM. Drei Monate später waren es schon 36.000,-- DM, welche die Vorstandsmitglieder bei den Vereinsmitgliedern gesammelt hatten.

Der Start für den Hallenbau war frei. In unermüdlichem Einsatz gelang es der Geschäftsführung von der öffentlichen Hand, von Firmen, Privatleuten und schließlich vom Sportförderungsausschuss Spenden und Beihilfen zu erhalten, so dass das Bauvorhaben finanziell abgesichert war. Insbesondere leisteten der Kreis Süderdithmarschen, die Stadt Marne, die Kirchspielslandgemeinde Marne-Land und die Alte Marner Sparkasse wertvolle finanzielle Hilfe, wofür der Verein diesen Behörden und Instituten besonders dankbar ist.
Nachdem die Finanzierung gesichert war, die Vorarbeiten abgeschlossen waren, konnte zu Beginn 1960 mit dem Bau begonnen werden. Beachtlich war dabei, dass außer den Geldspenden der Mitglieder von 36.000,-- DM noch Eigenleistungen in Höhe von
30.000,-- DM von den Mitgliedern erbracht wurden. Während zunächst ein Stallplatz von 11 Pferden geschaffen war, stellte sich bald heraus, dass wegen der überaus großen Nachfrage nach Einstellplätzen ein Erweiterungsbau für 24 Pferde erforderlich war. Und auch dieses wurde schafft. 1964 war das Gesamtvorhaben abgeschlossen und „Germania“ besaß damals als erster Verein im Lande Schleswig-Holstein eine vereinseigene Reithalle. Nun war schon bei den Pessimisten die  Begeisterung erwacht.
Der Reithallenbau brachte in der 50 jährigen Geschichte von „Germania“ wohl das wichtigste Ereignis.
Von nun an ging es steil aufwärts. Neue Reitabteilungen wurden aufgestellt und die Ausbildungsarbeit von Pferd und Reiter war das Hauptanliegen des Vereins. Schon bald stellten sich die Früchte der erfolgsreichen Vereinsarbeit ein.
Im Verlauf von 6 Reiterjahren konnte Reitlehrer Otto Gosch mit seiner 1. Jugendabteilung auf dem Landesturnier in Bad Segeberg die Landesstandarte erringen. Zahlreiche Reiterabzeichen wurden von den Aktiven erworben und manche Turniersiege und Platzierungen mit nach Haus gebracht.

Schon rechtzeitig erkannte der Vereinsvorstand, dass dem Reiternachwuchs eine besondere Bedeutung zukommt. Daher wurde bereits in den 50iger Jahren mit der Voltigierarbeit begonnen, für die s. Zt. Dr. Rossow verantwortlich zeichnete. Er erhielt mit Paul Paap aus Brunsbüttel einen Nachfolger, der aktiv bei der Sache war. Als Paul Paap im Jahre 1962 wegen Wohnungswechsel die Arbeit niederlegen musste, konnte „Germania“ Herbert Meyer für die Voltigierarbeit gewinnen. Das war ein Glücksgriff.

Mit einer Gruppe fing Herbert Meyer, damals noch mit Hans-Henning Thießen’s „Meisterknecht“, an. Doch bald hatte er 3 Gruppen um sich geschart und mit dem vereinseigenen Voltigierpferd „Pituania“, welches nach bereits 4-5 Jahren Ausbildung zum besten Voltigierpferd des Landes wurde, konnte Herbert Meyer schon bald Erfolge mit nach Hause bringen, die für ihn die mühselige Arbeit lohnenswert machte.
Im Lauf der nächsten Jahre wuchs die Anzahl der Voltigierkinder immer mehr, so das zwei weitere vereinseigene Pferde angeschafft wurden, nämlich „Aladin“ und „Schneeflocke“.
Inzwischen ist der Voltigiersport in Marne zur Hochburg des Landes geworden. In den einzelnen Gruppen sind mehr als 80 Kinder vereint, die dem Verein den Reiternachwuchs liefert. Mit seiner Helferin Gisela Kaldasch und häufig auch mit Herbert Reimers wird die umfangreiche Ausbildung der Voltigiergruppen von Herbert Meyer in der Reithalle betrieben.
Für Herbert Meyer brachte das Jahr 1972 die größten Erfolge in seiner Voltigierlehrer-Laufbahn. Nachdem er bereits 1971 mit eigener Gruppe den Landessieg errungen hatte, konnte er im Vorjahr in beiden Voltigierwettkämpfen auf Landesebene seine Gruppen zum Sieg führen und steht derzeit an der Spitze im Voltigiersport des Landes.

Die Jugendabteilungen werden laufend aufgefüllt von den Voltigierern und haben ihre Erfolge in den letzten Jahren fortgesetzt. Sie sind im Landeswettkampf ganz vorn platziert. So konnten Sie 1972 mit ihrem Mannschaftsführer, dem Vereinsjugendwart Wilhelm Lammers den 3. Platz erringen. Ihre Ausbilder Reitlehrer Otto Gosch und Reitwart Wilhelm Lammers zeichnen verantwortlich für den hervorragenden Ausbildungsstand. Insgesamt kann „Germania“ 5 Übungsleiter- und F-Lizenzen nachweisen. Auf Grund der vorausgegangenen Qualifikationen in Prüfungen und Lehrgängen wurden folgende Lizenzen erworben:

Der Verein ist bemüht, weitere fortgeschrittene Reiter durch Lehrgänge für eine Ausbilder-Qualifikation heranzubilden.
Neben 30 Jugendreitern und Reiterinnen besitzt „Germania“ 2 Reitabteilungen mit fortgeschrittenen Reitern und Reiterinnen, sowie eine starke Seniorengruppe mit 14 Reitern und Reiterinnen.
Die Mitgliederstärke des Vereins hat in den letzten beiden Jahren erheblich zugenommen. Insgesamt gehören dem Reit- und Fahrverein „Germania“ Marne e.V. fast 400 Mitglieder zu. Damit ist der Verein nach dem Kieler Reitverein der stärkste Reitverein im Lande Schleswig-Holstein.
Der Mitgliederzuwachs hält laufend an.
Zum Abschluss soll für den interessierten Leser aus Stadt und Land noch eine kurze Übersicht über die derzeitige Formation von „Germania“ gegeben werden.
Dem jetzigen geschäftsführenden Vorstand gehören an:

Vom geschäftsführenden Vorstand üben neben ihrer Vereinstätigkeit der 1 Vorsitzende Richard Eggers das Amt den 2. Landesvorsitzenden und des 1 Vorsitzenden des Reiterbundes Dithmarschen aus, während Geschäftsführer Günther Haack zugleich die Funktion des Geschäftsführers des Reiterbundes Dithmarschen inne hat.

Dem jetzigen Beirat gehören als Vorstandsmitglieder an:

Der Personenkreis des Vorstandes und des Beirates ist in seiner Stärke absichtlich groß gehalten. Die vielseitigen und umfangreichen Arbeiten erfordern eine Aufgabenverteilung, die dem Verein ermöglichen, fruchtbringend und erfolgreich in der Vereinsarbeit zu wirken.

Nachstehend sollen auch die Ehrenmitglieder von „Germania“ genannt werden, die sich um die Vereinsarbeit als Vorsitzende und Vorstandsmitglieder hervorragende Verdienste erworben haben:

Wenn vorstehend die namentliche Zusammensetzung des Vorstandes erfolgte, muß an dieser Stelle der Name des Schatzmeisters Franz Hinz, der sein Amt mehr als 40 Jahre verwaltet, besonders herausgestellt werden. „Onkel Franz“, so ist er nur im Reiterverein bekannt, übt heute noch mit nahezu 85 Jahren aktiv sein gewiß nicht leichtes Amt aus. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass er wohl der älteste Schatzmeister eines aktiven Vereins in der Bundesrepublik ist. Für seine hervorragenden Dienste wurde Franz Hinz zu seinem 80. Geburtstag die Verdienstplakette der Reiterlichen Vereinigung verliehen.

Zum Abschluß dieser Denkschrift über die 50- jährige Geschichte des Reit- und Fahrvereins „Germania“ sei dem Verfasser noch ein kurzes Schlusswort gestattet.
Mit dem vorstehenden Bericht soll die Entwicklung und aktive Arbeit des Reit- und Fahrvereins „Germania“ Marne e.V. gewürdigt werden. Gewiss ist die Abhandlung nicht vollkommen. Manches wäre noch zu berichten. Leider lassen sich aus den ersten 24 Jahren manche Geschehnisse wegen fehlender Aufzeichnungen nicht wiedergeben. Von den Gründern des Vereins lebt leider kaum einer mehr. Doch von den Aktiven Reitern der ersten Gründungsjahren wird einer oder der Andere noch genaue Daten in Erinnerung haben und an die Zeit zurückdenken, in der mit Reitlehrer Otto Hanno eine reiterliche Epoche begann, die Beispielgebend im ganzen Lande wurde.

Ihnen allen Verstorbenen und den Mitgliedern aus der ersten Zeit nach der Vereinsgründung gilt heute der besondere Dank von „Germania“. Sie alle namentlich zu erwähnen würde zu weit führen.

Welche Zukunftspläne hat nun „Germania“?
Das Hauptanliegen des Vereins soll weiterhin die Förderung des Reiternachwuchses sein. Mit ihm fällt und besteht der Verein. Hier weitere Ausbilder und Betreuer zu finden ist das Ziel von Morgen.
Es lässt sich nur verwirklichen, wenn neben der eigenen Initiative die Unterstützung der öffentlichen Hand in Form von Übungsleiterzuschüssen und finanziellen Hilfen für Großveranstaltungen gewährt wird. Das ist der einzige Wunsch der Verantwortlichen von „Germania“, die aber bei dieser Gelegenheit allen Behörden, Instituten, Firmen und Privatleuten danken möchten für die bisherige Unterstützung und das Interesse welches sie dem Marner Reitervereinsgeschehen entgegengebracht haben.
Der Verein dankt – aber auch allen Züchtern für ihre Arbeit, die dafür sorgten, dass das Sportgerät „Pferd“ nicht ausstirbt und damit den Aktiven des Vereins zur Verfügung steht.

So geht der Reit- und Fahrverein „Germania“ Marne e.V. voller Zuversicht in die nächsten Jahre. Über allem steht die Gemeinnützigkeit, die alle Bevölkerungsschichten den Weg und Eintritt in den Verein möglich macht.

Richtunggebend und allein maßgebend ist bei „Germania“

„Das Pferd muss bleiben!

Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd, aber ein Reiter ohne Pferd ist bloß noch ein Mensch.